Prepaid oder Vertrag: was passt besser zum Alltag

Wer ein Smartphone nutzt, steht vor der Frage: Prepaid oder Vertrag? Prepaid heißt, Sie laden Guthaben vorab auf und verbrauchen nur diesen Betrag. Ein Vertrag bringt eine monatliche Rechnung, meist mit festem Paket aus Telefonie, SMS und Datenvolumen. Ob Prepaid oder Vertrag besser passt, hängt von Ihrem Datenverbrauch, dem Bedarf an einem neuen Gerät und davon ab, ob Ihnen Kostenkontrolle oder Planungssicherheit wichtiger ist.

Wer viel Datenvolumen verbraucht und ein neues Handy finanzieren möchte, ist mit einem Vertrag meist besser beraten. Wer volle Kostenkontrolle und Flexibilität schätzt, fährt mit Prepaid günstiger.

Preis pro Gigabyte

Der wichtigste Unterschied ist der Preis pro Gigabyte. Verträge mit einer Laufzeit von mindestens zwei Jahren gehören zu den günstigsten Angeboten auf dem Markt. Ein LTE-Tarif mit Allnet-Flatrate und 6 Gigabyte Datenvolumen kostet bei Anbietern wie Drillisch, PremiumSim oder WinSim rund 8,99 Euro im Monat. Vergleichbare Prepaid-Tarife mit 5 Gigabyte kosten etwa 12,95 Euro für 28 Tage. Das bedeutet: Wer regelmäßig Daten nutzt und bereit ist, sich für zwei Jahre zu binden, bekommt im Vertrag mehr Volumen für weniger Geld.

Allerdings gelten diese günstigen Preise oft nur für einen begrenzten Zeitraum. Viele Anbieter locken mit niedrigen Einführungspreisen, die nach sechs oder zwölf Monaten deutlich ansteigen. Bei einigen Flatrates steigt der monatliche Preis nach zwölf Monaten um 5 bis 10 Euro. Prüfen Sie daher immer, was der Tarif nach der Rabattphase kostet und ob er dann noch in Ihr Budget passt.

Laufzeit und Kündigungsfristen

Prepaid-Tarife haben keine Mindestlaufzeit. Sie können das Guthaben verbrauchen und den Tarif jederzeit wechseln oder den Anbieter verlassen. Das ist der größte Vorteil, wenn Sie unregelmäßig telefonieren oder Ihr Budget monatlich schwankt. Sie zahlen nur, was Sie nutzen, und bekommen keine unerwarteten Rechnungen.

Verträge mit 24 Monaten Laufzeit binden Sie dagegen für zwei Jahre. Sie können in der Regel erst nach Ablauf dieser Zeit kündigen. Dabei müssen Sie eine Kündigungsfrist von maximal drei Monaten einhalten. Verpassen Sie die Frist, verlängert sich der Vertrag auf unbestimmte Zeit und kann dann monatlich gekündigt werden. Es gibt auch Verträge mit monatlicher Kündigung, die haben aber einen höheren Grundpreis. Wer nicht sicher ist, ob er in zwei Jahren noch denselben Tarif braucht, sollte die längere Bindung nur eingehen, wenn der Preis deutlich günstiger ist.

Handy mit Vertrag finanzieren

Ein häufiger Grund für einen Vertrag ist das Handy-Bundle. Dabei zahlen Sie das neue Smartphone nicht auf einmal, sondern über die Vertragslaufzeit ab. Der Anbieter subventioniert das Gerät und holt sich die Kosten über die monatliche Grundgebühr zurück. Das kann praktisch sein, wenn Sie sich ein teures Gerät nicht sofort leisten können. Bedenken Sie aber: Über 24 Monate zahlen Sie oft mehr, als das Gerät im freien Verkauf kostet, vor allem wenn Sie den Tarif nicht voll ausnutzen. Rechnen Sie vorher aus, ob der Gesamtpreis aus Gerät und Tarif günstiger ist als ein separat gekauftes Handy mit einem Prepaid-Tarif.

Familienvertrag oder einzelne Prepaid-Tarife

Für Familien gibt es keine pauschale Empfehlung. Es kommt auf die Nutzung an. Kinder und Jugendliche, die nur gelegentlich telefonieren und wenig Daten brauchen, sind mit Prepaid gut versorgt. Sie können das Guthaben selbst verwalten und lernen den Umgang mit dem Budget. Für mehrere Personen im Haushalt, die alle viel Daten nutzen, kann ein Familienvertrag mit mehreren SIM-Karten günstiger sein als mehrere Einzeltarife. Einige Anbieter bieten solche Pakete an, bei denen die Grundgebühr pro Person sinkt. Vergleichen Sie die Gesamtkosten für alle Anschlüsse, bevor Sie sich entscheiden.

Roaming im EU- und Nicht-EU-Ausland

Wer regelmäßig ins Ausland reist, sollte die Roaming-Konditionen genau prüfen. Innerhalb der Europäischen Union gilt die Regel, dass Sie Ihr deutsches Datenvolumen zu den gleichen Konditionen nutzen können wie zu Hause. Das gilt für Prepaid und Vertrag gleichermaßen. Außerhalb der EU gibt es große Unterschiede. Vertragstarife bieten oft zusätzliche Roaming-Pakete, die Sie für eine bestimmte Zeit dazubuchen können. Prepaid-Anbieter haben ebenfalls solche Optionen, aber die Preise für Daten im Nicht-EU-Ausland sind häufig höher. Wenn Sie viel außerhalb der EU unterwegs sind, vergleichen Sie die Roaming-Gebühren Ihrer Tarifoptionen und prüfen Sie, ob ein separates Reise-Paket oder eine lokale SIM-Karte im Reiseland günstiger ist.

Wer sollte Prepaid oder Vertrag wählen?

Prepaid passt zu Menschen, die ihre Kosten strikt kontrollieren wollen, selten telefonieren und wenig Daten verbrauchen. Dazu gehören Gelegenheitsnutzer, ältere Menschen ohne großen Datenbedarf und Kinder. Auch wer nur ein Zweithandy für den Urlaub nutzt, ist mit Prepaid gut beraten.

Ein Vertrag lohnt sich für alle, die regelmäßig viel Daten verbrauchen, ein neues Smartphone brauchen oder eine Allnet-Flatrate mit unbegrenzten Telefonminuten möchten. Wer beruflich auf ein zuverlässiges Netz angewiesen ist und keine monatlichen Überraschungen bei der Rechnung möchte, profitiert von der Planbarkeit eines Vertrags. Wichtig ist, dass Sie die Rabattphase und die Folgekosten kennen und die Kündigungsfrist im Blick behalten.